Gewohnheiten sind der stärkste Klebstoff der Welt. Deshalb ist es auch meist ein Langzeitprojekt, wenn man sich ernsthaft verändern möchte
Veränderung auf Knopfdruck? Schön wäre es…
An seinen guten Vorsätzen ist wohl schon jeder von uns gescheitert. Zu Silvester nimmst du dir vor, dich gesünder zu ernähren und brichst den Vorsatz bereits in der Silvesternacht. Mit den Vorboten des Frühlings nimmst du dir vor, dich mehr zu bewegen – und hast diesen Plan zwei Wochen später bereits wieder verdrängt. Im Sommerurlaub wird dir klar, dass deine beruflichen Aktivitäten viel zu viel, viel zu wenig oder die falsche Aufmerksamkeit von dir bekommen. Und nach dem Urlaub machst du weiter wie bisher. Und mit der neuen Liebe kommt der Vorsatz daher, die Fehler aus der letzten Beziehung nicht zu wiederholen. Und was passiert? Die alten Verhaltensmuster schlagen zu, die neue Liebe ähnelt innerhalb kürzester Zeit der verflossenen.
Ohne Unterstützung sind wir in unseren persönlichen Veränderungsprozessen oft schon gescheitert, bevor wir sie ernsthaft in Angriff genommen haben. Bei Yi nennen wir diese Dynamik den Marsch der „Symptomarmeen“. Sie sind einfach stärker als jedes bessere Wissen und jeder gute Vorsatz.
Echte Veränderung braucht ihre Zeit
Aber wie gelingt Veränderung dann überhaupt? Was du brauchst sind ein attraktives Entwicklungsziel, Zeit, Konsequenz und Milde mit dir.
Denke aus der Zukunft heraus. Wohin willst du dich entwickeln? Was hast du davon? Was ist der Sinn dieser Entwicklung für dich, für dein Umfeld und für die Welt?
Nimm dir Zeit, ohne dabei das Ziel aus den Augen zu verlieren. Lebensthemen lassen sich nicht über Nacht oder in einem tollen Wochenendworkshop lösen. Selbst ein Jahr kann für eine nachhaltige Veränderung zu kurz sein.
Suche dir einen Sparringpartner oder eine Gruppe, die dich auf deinem Veränderungsweg begleitet. Sie können dir auch auf deine schwarzen Flecken – die Dinge, die du an dir nicht wahrnimmst – eine Rückmeldung geben.
Bleibe konsequent dran, die Veränderung zu trainieren.
Sei milde mit dir, wenn es einmal nicht klappt. Selbstvorwürfe schwächen dich in deiner Veränderung nur. Aber gib nicht auf. Ganz nach dem Motto: Neuer Tag, neues Glück!
Von der Zwiebel zur Perle
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass drei Jahre ein guter Zeitraum sind, wenn man ein Lebensthema lösen und neue Verhaltensweisen, Denkmuster und Haltungen entwickeln möchte. Aber das bedeutet nicht, dass danach Schluss ist mit der Veränderung. Entwicklung ist ein Thema bis zum letzten Augenblick. Daher sprechen wir auch vom lebenslangen Lernen. Es ist wie beim Zwiebeln schälen. Man trennt sich von Haut zu Haut, von Schicht zu Schicht. Nur das bei der Zwiebel irgendwann alles weggeschält ist. Beim Menschen kommt dagegen zum Schluss eine Perle zum Vorschein, die Perle seiner Einzigartigkeit.
Was hast du für Erfahrungen mit Veränderung und Entwicklung? Wie weit hast du die Perle deiner Einzigartigkeit schon heraus geschält? Schreib uns, was dich diesbezüglich beschäftigt.
Hans Endmaya ist Gründer des Yi-Sinnhelden-Zentrums und Finder des Yi-8ermodells