Krisen, so könnte man meinen, sind der Tod der Leidenschaft. Ich sehe es genau umgekehrt. In der Krise beweist sich, ob die Leidenschaft stark genug ist, um bestehen zu können. Falls ja, wird sie durch die Krise ehr angefacht als abgetötet. Man könnte also sagen, dass derzeit die Begeisterung und das Commitment vieler Menschen auf dem Prüfstand stehen. Und mit ihnen muss auch all das, was man tut, schonungslos überprüft werden.
Die Krise ist sozusagen der Test, ob alle Aktivitäten der eigenen Leidenschaft dienen. Vieles macht man aus Gewohnheit, vieles, ohne es jemals einer strengen Prüfung unterworfen zu haben. Dafür hat an anderes bislang unterlassen, entweder, weil die Zeit noch nicht reif schien oder aus reiner Bequemlichkeit.
Je härter die Krise, desto schonungsloser das Aussortieren
In echten Krisenzeiten kann man sich ein solches Verhalten nicht mehr leisten. Zeit und Geld werden knapp. Irgendwann ist es soweit und man spürt, dass ab sofort jede weitere Aktivität passen muss. Die Leidenschaft hilft an diesem Punkt, sich von Altgewohntem zu trennen und sich auf Neues, bislang vielleicht Gemiedenes einzulassen. So betrachtet ist die Krise der Motor für beschleunigte Entwicklung und die Leidenschaft der Treibstoff.
Krisenbewältigung ist wie der Rückschnitt eines alten Baumes
Im Grunde sollte man in einer Krise wie ein guter Gärtner vorgehen, der einen alten Baum zurückschneidet. Totes Holz muss entfernt, dünne Gehölz zurückgeschnitten werden. So entsteht ein Raum, in dem sich junge Triebe entwickeln können und Zurückgeschnittenes kräftiger austreibt. Der Gärtner spricht von einem Verjüngungsschnitt. Wir sagen dazu Antifragilität. Denn wer so handelt wie der gute Gärtner kann sicher sein, dass nach der Krise etwas Besseres entstanden ist als vor der Krise da war. Bei Yi trainieren wir das im Yi Move. Er gibt uns die Sicherheit im Körper, die wir benötigen, um mutige Schnitte zu wagen und unserer Leidenschaft zu folgen.
Hans Endmaya ist Gründer des Yi-Sinnhelden-Zentrums und Finder des Yi-8ermodells